Samstag, 15. April 2017

Es ist geschafft!

 
 
Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
heute habe ich leider keine Geschichte für Euch. Die Vorbereitungen für unseren Besuch während der Osterfeiertage haben mir keine Zeit gelassen, mich an den PC zu setzen und die Geschichte niederzuschreiben, die ich schon längst im Kopf hätte ...
 
Aber dafür habe ich eine Überraschung für Euch. Hier ist sie:
 



 


 
 
Ja, es gibt endlich einen Teil meiner Geschichten in Buchform - und darauf bin ich schon ein bisschen stolz - denn es war ein lange gehegter Traum, der nun in Erfüllung gegangen ist ... 
 
Das Buch ist  direkt beim BoD-Verlag im Buchshop zu bestellen:
 
 
aber auch in jeder anderen Online-Buchhandlung wie Amazon,
 
 
Thalia, Weltbild und wie sie alle heißen. Selbstverständlich bekommt man es auch in jeder stationären Buchhandlung.
Die ISBN-Nr. lautet: 9 783743 1757 16.
 
So, jetzt bleibt mir nur noch übrig, Euch allen ein wunderschönes Osterfest zu wünschen! Hoffentlich schaut die Sonne wenigstens ab und zu aus den Wolken hervor, damit Ihr die versteckten Ostereier auch sehen könnt!
 
Ach ja - und hier könnt Ihr nachsehen, ob meine Kolleginnen



 
 
eine Geschichte für Euch haben.
 
Viel Spaß und liebe Grüße von Eurer
 
Geschichten-Erzählerin 
 
 
 
 
 

Samstag, 1. April 2017

Strafe muss sein ...



Liebe Freunde meines Lesebuchs,

heute ist nicht nur der 1. April, sondern auch wieder Reizwortgeschichten-Tag. 

Von meiner Seite werdet Ihr aber nicht in den April geschickt -ich verabscheue diesen Brauch nämlich schon seit meiner Kindheit, und daran hat sich bis heute nichts geändert.


Aber nun zu meiner heutigen Geschichte.

Die Reizwörter, die dieses Mal unterzubringen waren, sind:

Waschbecken - Finanzamt - rutschen - pflegen - verschmiert


Hanne hat ihre Wohnung tiptop in Ordnung gebracht, weil während der Osterfeiertage ihre Schwiegereltern zu Besuch kommen wollen.
Doch am nächsten Morgen sieht es wieder aus wie beim Hempels unterm Sofa. Hanne beschließt, ihrem Mann und den Kindern eine Lektion zu erteilen, die sie so schnell nicht wieder vergessen werden ...
Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Lesen, ein schönes Wochenende, und - lasst Euch nicht in den April schicken! 
Eure Geschichten-Erzählerin




Strafe muss sein ...

Hanne glaubt ihren Augen nicht zu trauen, als sie an diesem Morgen das Badezimmer betritt, um endlich zu duschen und sich für den Tag fertig zu machen. Seit drei Uhr ist sie bereits auf den Beinen. Sie konnte nicht mehr schlafen und hat sich deshalb an den Laptop gesetzt, um an ihrem derzeitigen Auftrag zu arbeiten.

Ab halb sechs war das Bad permanent besetzt - von ihrem Mann und den beiden halbwüchsigen Kindern, die alle drei spätestens um halb acht das Haus verlassen müssen.  Nun ist endlich Ruhe eingekehrt - aber das Chaos , das Hanne vorgefunden hat, verdirbt ihr gründlich den Tag.

Angewidert nimmt sie das Putztuch, das an einem Haken an der Heizung hängt, um die Zahnpastaspritzer abzuwischen, die den Spiegelschrank von oben bis unten „verzieren“. Das Waschbecken ist mit einer undefinierbaren öligen Flüssigkeit verschmiert.  Im Abfluss der Duschkabine  hängt ein dickes Büschel Haare. Daneben liegt die Seife, aufgeweicht und matschig. Eine halbleere Flasche Shampoo - natürlich nicht verschlossen - komplettiert das Stillleben. Der Badezimmerteppich trieft vor Nässe. Dass neben der Toilette obendrein ein zerknülltes Papiertaschentuch liegt, entdeckt Hanne erst, als sie die Haare hineinwerfen will.

Erst gestern hatte sie die ganze Wohnung auf Vordermann gebracht, das Gästezimmer vorbereitet, und zwei Stunden lang das Bad geputzt. Stefans Eltern haben sich zu Besuch angesagt, um das Osterfest mit ihrem Sohn und seiner Familie zu verbringen. Zwei Wochen Besuch - schon alleine das ist für Hanne Stress pur. Und nun auch noch diese Schweinerei im Bad!

Offenbar betrachtet ihre Familie die Tatsache, dass Hanne den ganzen Tag zu Hause ist, als Freibrief, sich um nichts kümmern zu müssen - schon gar nicht um Ordnung und Sauberkeit! Dass sie so ganz nebenbei auch einen Job hat, fällt dabei so gut wie gar nicht ins Gewicht.

Hanne arbeitet als freie Lektorin und korrigiert momentan das Manuskript einer älteren Dame, die lange Zeit in den Vereinigten Staaten gelebt hat. Die Lady hat es sich in den Kopf gesetzt, zu ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag in zwei Monaten ihre Familiengeschichte als Buch herauszugeben, um es ihren Gästen als Präsent zu verehren.

Nun sind die Erlebnisse der alten Dame zwar keineswegs uninteressant - aber das Manuskript ist eine Katastrophe. Es besteht aus endlosen Bandwurmsätzen, gespickt mit amerikanischen Ausdrücken,  und es wimmelt geradezu von Rechtschreib- und Satzzeichenfehlern. Einerseits verständlich, denn die Schreiberin hat viele Jahre lang nur wenig Deutsch gesprochen oder gar geschrieben. Daraus eine halbwegs passable Geschichte zu zaubern, ist eine Herausforderung. Doch Mrs. Armstrong zahlt gut. So einen lukrativen Auftrag konnte Hanne schlecht ablehnen. Und doch - hätte sie vorher gewusst, worauf sie sich da einlässt ... 

„Wieso lasse ich mir das überhaupt gefallen?“ muss Hanne denken, als sie endlich unter der Dusche steht. „Ich werde von meiner Sippe genauso selbstverständlich hingenommen wie die Möbel an den Wänden - oder die technischen Geräte, mit denen sich alle ständig beschäftigen. Aber wehe, irgend etwas funktioniert einmal nicht ...“

Als sie aus der Dusche steigt, wäre sie um ein Haar auf den nassen Fliesen ausgerutscht.  Sie kann sich gerade noch am Waschbecken abfangen. Während sie sich die Haare trocken rubbelt, kommt ihr eine Idee.

Heute ist Freitag. Stefan hat um 13.00 h  Feierabend. Auch die Kinder werden frühestens um zwei zu Hause sein. Jetzt ist es neun - Zeit genug, um ihren Plan durchzuführen.

Kurz entschlossen marschiert Hanne ans Telefon. Das Gespräch dauert nur wenige Minuten. Dann geht sie ins Schlafzimmer, holt einen großen Koffer vom Schrank und fängt an zu packen. Gegen  zwölf verlässt sie das Haus, steigt in ein Taxi und lässt sich zum Bahnhof bringen.

Stefan fällt aus allen Wolken, als er an diesem Freitag Nachmittag vom Büro nach Hause kommt und den Computerausdruck vorfindet, den seine Frau ihm hingelegt hat:


Mein lieber Schatz,

heute Morgen ist mir klar geworden, dass es so mit uns nicht weitergehen kann. Ich habe beschlossen, dir und den Kindern mal ein paar Wochen Zeit zum Nachdenken einzuräumen. Denn ich habe keine Lust mehr, Euch nur noch als bequeme (und obendrein spottbillige) Haushälterin zu dienen.

Ich habe die Wohnung und das Badezimmer annähernd  im gleichen Zustand zurückgelassen, wie ich es heute vorgefunden habe - damit euch mal allen die Augen aufgehen, was ihr mir jeden Tag zumutet. Von allem anderen, das ihr als selbstverständlich hinnehmt, gar nicht zu reden.

Und hier noch ein paar Anweisungen für die nächste Zeit:

1.      Das Badezimmer bedarf - wie ihr sehen könnt - dringend einer Reinigung.

2.     Zu essen ist im Kühlschrank - das dürfte zumindest fürs Wochenende reichen.  Einen Supermarkt werdet ihr schon finden, wenn ihr Nachschub braucht. Wo es Getränke und Kartoffelchips gibt, wisst ihr ja ohnehin.

3.      Der Stundenplan für die Kinder hängt an der Pinnwand in der Küche. Darin sind nicht nur die Schulstunden eingetragen, sondern auch das Fußballtraining von Nicki, Vronis Balletstunden und die nächsten Elternabende.

4.     Übernächste Woche muss Nicki zum Zahnarzt, und Vroni hat ihren ersten Termin beim Gynäkologen!

5.     Stefan - ruf bitte Mrs. Armstrong an, und sage ihr, dass ich ihren Auftrag zurückgebe - sie soll sich eine andere Lektorin suchen. Die Telefonnummer findest du auf meinem Schreibtisch.

6.     Übrigens - auf dem Sekretär in deinem Büro  liegt ein Schreiben vom Finanzamt - die Steuererklärung ist längst überfällig. Soweit ich mich erinnere, fällt das doch in DEINE Zuständigkeit?

7.     Ach ja, und vergiss nicht, deine Eltern heute Abend um 18.25 h vom Bahnhof abzuholen.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit!
Hanne


P.S.
Spart euch die Mühe, nach mir zu suchen. Ich werde jetzt erst einmal eine längere Auszeit nehmen, an mich selbst denken und das Nichtstun pflegen!

Keine Sorge - ich komme irgendwann zurück. Aber dann, wenn ICH will!"




© Christine Rieger / 2017


Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen
Lore   


Sonntag, 19. März 2017

Jubiläum ...

 
D A N K E  !!!
 
 
Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
gerade habe ich entdeckt, dass ich ein kleines "Jubiläum" feiern darf!
 
 
Ich habe die 20.000er Marke geknackt!
 
 
Auch wenn ich daran ja keinen direkten Anteil habe - ein gaaaaanz kleines bisschen stolz bin ich trotzdem ...
 
Ich möchte  mich hiermit bei allen bedanken, die immer wieder auf meiner Seite vorbeischauen, meine Geschichten lesen und auch mal einen Kommentar hinterlassen.
 
Ohne Euch, das Publikum, wäre dieser Blog nämlich überflüssig wie ein Blinddarm.
 
Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Sonntag - auch wenn der Frühling eine Pause einlegt und es kalt und regnerisch ist ...
 
Um so gemütlicher ist es dann zu Hause hinterm warmen Ofen...
 
Liebe Grüße
 
Eure Geschichten-Erzählerin

Mittwoch, 15. März 2017

Beschäftigungstherapie

Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
was tut man, wenn der Ehemann  bis zum Mittag schläft, und man ihn nicht stören will? Man schaltet den Fernseher ein. Irgend etwas läuft ja da immer. Man hat Unterhaltung (wenn sonst schon keiner mit einem redet), und ab und zu lernt man sogar etwas aus diesen Sendungen.
 
Kitty ist so eine Geplagte. Ihr Mann sitzt oft die halbe Nacht über Sportsendungen (bevorzugt Fußball), und verschläft dann den halben Tag.
 
Welche Konsequenzen sich letzten Endes daraus ergeben, könnt ihr in meiner neuen Reizwort-Geschichte nachlesen ...
 
Die Reizwörter, die dieses Mal unterzubringen waren, lauten: 
 
 
Blütenkelch - Langschläfer - garstig - unbarmherzig - wirbeln
 

 
Hier könnt Ihr nachsehen, ob meinen Kolleginnen
 
Lore   
 
zu diesen Wörtern etwas eingefallen ist.  


Liebe Grüße
Eure Geschichten-Erzählerin
 
 


Beschäftigungstherapie
 
„Du lieber Himmel - was ist denn das wieder für ein Gehopse! Ist das noch vom letzten Fasching - oder die neueste Kreation des Fernsehballetts? Und diese grässliche Musik - wie hältst du das nur aus?“ Mit zusammengekniffenen Augen beobachtet Jochen eine Formation junger Mädchen, die auf dem Fernsehbildschirm über eine blumengeschmückte Bühne wirbeln - mit einer Geschwindigkeit, dass ihre bunten Kleidchen wie Blütenkelche im Wind auf- und ab fliegen. 
„Keine Ahnung - hab gerade erst umgeschaltet.“ Kitty legt die Fernbedienung auf den Tisch, stemmt sich aus ihrer bequemen Lage  hoch und drückt ihrem eben aus den Federn gekrochenen Ehemann einen Kuss auf die vom Schlaf zerzausten Haare. „Guten Morgen, du Langschläfer! - Möchtest  du jetzt frühstücken, oder soll ich dir gleich das Abendessen servieren?“  
„Musst du immer so garstig ein?“ Der Vorwurf in Jochens Stimme ist nicht zu überhören. 
„Ich bin nicht garstig - ich stelle Tatsachen fest!“, antwortet Kitty trocken.  „immerhin ist es halb eins - da wird die Frage doch wohl erlaubt sein!“ 
„Ich war  die halbe Nacht auf!“, verteidigt Jochen sich halbherzig. 
„Logisch - es gab bestimmt wieder irgend ein hochwichtiges Fußballspiel.  Fußball, Fußball über alles - über alles in der Welt ... - Was war es denn diesmal? Hintertupfingen gegen Vorderpusemuckel - oder so was?“ 
„Quatsch. Champions-League. Halbfinale. Real Madrid gegen ...“ 
„Mir doch egal. Du weißt, Fußball interessiert mich ungefähr so wie dich die Aufzucht von Stallhasen!“ 
„Wie lange bist du denn schon auf?“, will Jochen wissen. 
„Seit fünf.“ 
„Und die ganze Zeit hängst du vor dem Fernseher rum?“ 
„Ja du lieber Gott - besser ein blöder Fernseher, als gar keine Unterhaltung!“ antwortet Kitty spitz. „Krach machen durfte ich ja nicht, damit Euer Durchlaucht nicht in seiner wohlverdienten Ruhe gestört wird. Also konnte ich weder den Staubsauger anwerfen, noch Möbel rücken, oder in der Küche mit Töpfen scheppern. Anrufen kann ich mitten in der Nacht auch niemanden. Was ist mir denn anderes übrig geblieben?“ 
„Du hängst doch auch sonst ständig vor der Glotze!“ Jochen flegelt sich auf die Couch, angelt nach der halbleeren Tüte Kartoffelchips, die  gestern Abend niemand mehr aufgeräumt hat, und kaut genüsslich. „Und was für Schwachsinn du dir manchmal reinziehst! - Das fängt doch schon am Morgen an - mit diesen ganzen komischen Gesundheitsmagazinen. Kein Wunder, dass du dauernd irgendwelche seltsamen Leiden hast - die lernst du doch durchs Fernsehen erst kennen! Und dann erst die Kochsendungen!“ Er redet sich allmählich in Rage.  „Jeden Tag mindestens drei, quer durch alle Programme. Du starrst wie gebannt diesen geschniegelten Figuren in ihren blütenweißen Schürzen auf die Finger, wie sie dekorativ irgendwelche Kräutlein, Körnchen oder Wiesenblümchen auf höchst absonderliche Gerichte drapieren. Und was kriege ich zu essen? Dreimal in der Woche  Schinkennudeln!“ 
„Ist doch gar nicht wahr. Gestern gab es Bratkartoffeln mit Spiegelei!“, protestiert Kitty. 
„Stimmt. Immer schön abwechselnd. Und am Sonntag gehe ich mir dir ins Restaurant. Damit ich wenigstens einmal in der Woche  was Gescheites zu essen kriege!“ 
„Du Ärmster! Die unzulängliche Ernährung scheint dir aber nicht schlecht zu bekommen - zieht man dein niedliches Bäuchlein in Betracht!“ Kitty grinst. „Aber mich stört das nicht. Man liegt so schön weich drauf!“ Wie zum Beweis legt sie ihren Kopf auf Jochens Bauch und lässt sich genüsslich den Kopf kraulen. 
Nun muss auch Jochen lachen. „Aus dir hätte vermutlich eine Katze werden sollen! - Deine Eltern müssen da  irgendwas falsch gemacht haben!“ 
„Gott sei Dank haben sie das! Katzen müssen doch dauernd Milch schlabbern und Mäuse fressen - und beides ist mir zutiefst zuwider! Aber immerhin - sie haben mir den passenden Namen gegeben - Kitty. So heißen viele Katzen!“ 
„Na schön. Vielleicht könnte sich ja das Schmusetier jetzt trotzdem mal erheben und seinem Gönner einen Kaffee servieren?“ 
„Denkste! Heute bist du an der Reihe, deinen Kaffee mal selber zu kochen. Deine angeheiratete Bedienung hat nämlich gerade Mittagspause! - Und außerdem: Wenn die Tanzsendung zu Ende ist, dann kommt als nächstes diese Antiquitäten-Versteigerung von ...“ 
„Neeeeein!“, schreit Jochen, reißt die  Fernbedienung an sich,  und drückt unbarmherzig auf die Aus-Taste. 
„Was soll das?“, empört sich Kitty. „Du kannst doch nicht einfach ...“ 
„Doch, mein Schatz. Heute wirst du dir mal nicht das alte Gerümpel von anderen Leuten anschauen. Heute marschieren wir in unseren eigenen Keller - da gibt es genug davon zu sehen!“ 
Dein altes Gerümpel!“,  korrigiert Kitty. „Oder von wem stammt denn das verrostete Pferdegeschirr von anno dazumal? Von deinem Opa! Oder die tonnenschweren, goldverschnörkelten Bilderrahmen? Und was ist mit dem potthässlichen Gipskopf mit den Engelsflügelchen, den Tante Dorothea dir vermacht hat? So was scheußliches hätte ich nie aufgehoben!“ 
„Das sind alles Andenken!“ protestiert Jochen. 
„Na schön. Dann sammle mal deine ganzen Andenken zusammen, und wenn du damit fertig bist, werde ich mich damit bei dieser Versteigerungs-Sendung bewerben. Vielleicht kann man den Kram ja wenigstens zu Geld machen. Und wenn nicht, dann haben die Zuschauer wenigstens was zu lachen!





 
© Christine Rieger / 2017